(Volksmund: Holzbock)
Zecken springen uns nicht an. Die kleinen 0,5 mm Tierchen leben im Unterholz, Hecken, Wiesen, Gärten und sorgen jedes Jahr für mehr Aufregung. Zecken lassen sich nicht todesmutig von den Bäumen auf uns fallen sondern wir streifen sie uns im Gras, bei Büschen und Sträuchern von den Blättern auf unsere Kleidung oder Haut ab. Der Stich ist schmerzlos, deshalb spüren wir ihn nicht, erst nach einer gewissen Zeit kann eventuell Juckreiz auftreten.
Jahreszeitliche Veränderung
Zecken stechen nicht ganzjährig und überall. Sie bevorzugen Klimazonen bis ca. 1000 m ü.M. und eine minimale Durchschnittstemperatur und Feuchtigkeit die vor allem im April/Mai/Juni und September/Oktober vorhanden ist.
Bevorzugte Körperregionen für Zeckenstich
Sie bevorzugen Kniekehlen, Leistengegend, Achselhöhlen, Schamgegend, Bauchnabel, Kopfhaut für den Stich, sie können aber auch überall auf der Haut stechen.
Zeckenbiss was jetzt
Ruhe bewahren! Die Zecke nicht mit Oel, Alkohol und andern Hausmittelchen beträufeln, das bringt sie nur zum Erbrechen. Mit einer Pinzette zieht man die Zecke langsam heraus. Kontrollieren ob auch der Kopf vorhanden ist. Bleibt der Kopf/Stechapparat unter der Haut stecken, so ist es einem kleinen Fremdkörper gleichzusetzen der jedoch nicht gefährlich ist. Danach kann man die Wunde desinfizieren. Auf einer Notiz wird Datum und Ort des Stiches festgehalten. Ebenfalls wird in der Agenda 1 Monat später ein Kontrolldatum eingetragen.
Ist die Zecke weniger als 24 Std. am saugen ist es unwahrscheinlich, dass eine Folgekrankheit auftitt.
Zecken erbrechen erst gegen Schluss des Saugaktes der 2-9 Tage dauern kann. In diesem Erbrochenen können Sie verschiedene Erreger, Viren, Bakterien auf den Menschen übertragen.
Bei Unsicherheit nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Heilpraktiker oder Homöopathen auf.
Vorbeugende Massnahmen
Ist man in einem ,,Zeckengebiet’’ im Unterholz, Büschen oder hohem Gras unterwegs ist die Kleidung wichtig. Lange Ärmel, anliegende Hosen, wobei man die Socken über die Hosen stülpen kann und geschlossene Schuhe. Damit wird für die Zecke der Zugang zur Haut stark erschwert. Vor dem Aufenthalt im Wald ein Knoblauchbrot (1 Zehe mit einer Scheibe Brot) essen, das verdirbt der Zecke durch unsere Ausdünstung den Appetit. Sprays oder ätherische Oele halten Zecken fern doch verlieren sie schnell an Wirkung. Nach einem Aufenthalt in der Natur empfiehlt es sich zu duschen und den Körper kurz abzusuchen.
Zeckenschutzimpfung gibt es nicht
Eine Impfung gegen Zecken gibt es nicht, obwohl uns das in unserem Sprachgebrauch suggeriert wird. Doch Tatsache ist, dass es nur eine Impfung gegen die von Zecken verbreitete Krankheit FSME (Früh-Sommer- Meningo-Encephalitis) gibt.
Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis
Das ist ein Virus der eine Meningitis Hirnhautentzündung und eine Encepahlitis Hirnentzündung auslösen kann. Die Impfung schützt jedoch nicht gegen Zecken. Die FSME ist sehr viel seltener als die Lyme-Borreliose. Eine Schulmedizinische-Behandlung der FSME gibt es nicht, weil die Erkrankung häufig ohne Folgeschäden ausheilt.
Das Risiko einer bleibender Schädigung nach einem Zeckenstich liegt bei 1:80’000.
Eine durchgemachte Krankheit hinterlässt eine lebenslange Immunität. Erkrankte Personen sind für andere nicht ansteckend.
Symptome 1-2 Wochen nach Zeckenstich
Grippeartige Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Kreuz-, und Gliederschmerzen, Schnupfen, Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit und Appetitlosigkeit, teilweise mit Kopfschmerzen begleitet.
Realität nicht aus dem Auge verlieren
Man geht davon aus dass 0,2 –0,8 % der Zecken mit dem FSME (Flaviovirus) infiziert sind.
Beispiel: von 100’000 Zecken sind 200 infisziert, von den infiszierten Personen erkranken 20 (ca. 10 %).
Von den 20 Erkrankten mit den oben beschriebenen Symptomen haben 19 Personen (95 %) danach keine Probleme mehr, nur 1 Person (5%) bekommen noch weitere Beschwerden (erneut Fieber, starke Kopfschmerzen und Zeichen einer Meningitis/Enzephalitis). Die Sterblichkeit liegt bei weniger als 1%, zwischen 1984 – 1999 gab es 5 Todesfälle. Das heisst auf 10'000'000 Zeckenbisse gibt es höchstens 1 Todesfall.
Lyme-Borreliose
Die Lyme-Borreliose wird auch von Zecken übertragen und ist ein Bakterium (Borrelia burgdorferi) weshalb eine Borreliose mit Antibiotika behandelt wird. Es gibt ,, noch’’ keine Impfung gegen Lyme-Borreliose. Nach einer durchstandenen Lyme Borreliose kommt es zu keiner Immunität. Erkrankte Personen sind für andere nicht ansteckend.
Symptome
Es gibt verschiedene Stadien: Stadium 1 mit leichtem Hautausschlag an der Einstichstelle und Anzeichen einer leichten Grippe (häufig bemerkt man diese gar nicht).
Stadium 2 tritt Wochen bis Monate nach dem Stich auf und verläuft für uns nicht sichtbar. Erreger gehen von der Haut über das Blut in die Organe. Vor allem in die Gelenke, das Nervensystem und in das Herz. Es kommt vor allem nachts zu starken Schmerzen. Wenn keine Behandlung gemacht wird können bleibende Schäden auftreten. Arthrose an den Gelenken, Funktionsstörungen an den Nerven, Hautveränderungen.
Stadium 3 mit MS ähnlichen Symptomen.
Vergleiche
Das BAG (Bundeamt für Gesundheit) schreibt, dass 5 bis 35% aller Zecken mit Lyme-Borreliose infiziert sind. Nehmen wir 100'000 Zecken wovon ca. 5'000 – 35’000 infiziert sind, davon erkranken an Lyme-Borreliose unter 1%, das sind ca. 50-350 Personen.
Schulmedizinische Behandlung
Es wird ausschliesslich mit Antibiotika behandelt, oftmals über mehrere Wochen intravenös.
Bei jeder durch Zecken verusachte Krankheit ist die Naturheilkunde eine sinnvolle Unterstützung.